Ein Anhängerzelt für unsere Reisen – Alle Vorteile auf einem Blick

Wrangler mit Gordigear Anhängerzelt

Im letzten Jahr haben wir uns ein neues Reisemobil zugelegt. Ein Anhängerzelt! Denn wenn ich so mal zurückblicke auf die Reisen die wir bisher unternommen haben, muss ich sagen, haben wir immer in Ferienwohnungen oder Ferienhäusern übernachtet. Das ein oder andere Mal, speziell währen der Zeit wo wir Tauchreisen gemacht haben, war es auch mal ein Hotel. Die letzten 7 Jahre waren wir eigentlich nur in Dänemark im Urlaub, natürlich im Ferienhaus. Und das auch noch zwei mal im Jahr. Das soll sich jetzt ändern. Es ist nicht so, dass wir  plötzlich Dänemark etwa langweilig finden. Nein, es ist einfach mal Zeit für was anderes.

Diese Blogpost ist übrigens auch Teil der Blogparade von Sabine auf ferngeweht.de:

https://www.ferngeweht.de/blogparade-reisestil-veraendert/

Anders reisen und das Land “erfahren”

Während der Reisen nach Dänemark haben wir im Land immer Ausflüge in die nähere und auch weitere Umgebung gemacht. Man lernt dadurch Land und Leute etwas kennen. Das ist sehr bequem, man hat einen Ausgangspunkt zentral an einer Stelle, nämlich das Ferienhaus und fährt von da aus los. Allerdings steht das Ferienhaus an einem Fleck und bewegt sich nicht weg und irgendwann sind die Ausflugsziele zu weit weg um da noch gemütlich an einem Tag hin und zurück zu kommen. Daher musste etwas her, das es erlaubt, durch das Land zu Reisen, für eine gewisse Zeit an einer Stelle zu bleiben und dann wieder weiter zu ziehen. Für solch eine Art des Reisens gibt es natürlich zig verschiedene Möglichkeiten:

Möglichkeit 1: Das Wohnmobil

Sehr teuer, meistens auch entsprechend groß und schwerfällig. Ausser, man nimmt einen Van und baut den selber um, dafür habe ich aber weder Zeit noch das nötige handwerkliche Geschick. Dafür extrem flexibel, oder? Also wenn ich einen Ausflug machen will, dann muss ich erst mal alles wieder einräumen, Vorzelt eventuell abbauen oder stehen lassen um dann mal die nähere Umgebung zu erkunden.

Oder Du machst es wie meine Eltern, mit WoMo für 5 Monate an ein und dem selben Ort bleiben und nur mit den E-Bike bis zum Bäcker fahren. Weil, man ist ja flexibel. Das ist es definitiv nicht. Ausserdem schreckt mich der Preis. Wenn ich so ein WoMo habe, richte ich auch den ganzen Urlaub nach dem Ding aus, hat ja einiges gekostet.

Das alles ist nicht in unserem Sinne. Wir wollen auch weiterhin mal ein Ferienhaus im Januar in Dänemark buchen. Alles das waren für uns Gründe, kein Wohnmobil zu kaufen.

Wohnmobil

Möglichkeit 2: Der Wohnwagen

OK, den Wohnwagen lasse ich stehen, wenn ich die nähere Umgebung erkunden will und kann dabei das Auto nutzen. Allerdings sind die Teile auch nicht wirklich günstig und hinten am Fahrzeug auch recht schwerfällig. Das ganze Gespann ist dann schon mal so groß, dass man nicht mehr die Serpentinenstrasse in den Dolomiten oder in Norwegen fahren kann, ohne das mindestens 2 Räder über dem Abgrund hängen. Ausserdem kann ich einen Wohnwagen nur für den Urlaub nutzen, den Rest der Zeit steht er irgendwo. Aber wo? Also brauche ich auch noch einen Stellplatz, damit ich den WoWa nicht an die Straße stellen muss. Alles nicht das, was ich mir vorgestellt habe.

Airstream

Möglichkeit 3: AirBnB

Ja, ich glaube AirBnB ist definitiv eine coole und hippe Möglichkeit von Ort zu Ort zu Reisen. Warum also nicht? Weil es einfach auch zu teuer ist um es auf die Dauer (10 Wochen Skandinavien sind eh schon teuer) zu nutzen. Ausserdem will ich nicht alles von vorn herein buchen sondern möchte während des Urlaubs entscheiden welches meine nächste Station ist. Also brauchst Du auch ein bisschen Buchungsglück.

OK, das brauchst Du auch, wenn Du campen gehst, ist also kein so schlagkräftiges Argument. Aber, wir haben 2 Hunde, und nicht jeder Vermieter findet es toll wenn die beiden durch seine Wohnung tigern. Aber, ich glaube, wenn wir nicht Möglichkeit 4 genommen hätten dann wäre AirBnB die richtige Wahl für uns gewesen.

Möglichkeit 4: Das Zelt (bzw. das Anhängerzelt)

So, also ein Zelt… Mit meinen 53 Jahren habe ich aber echt keine Lust mehr auf dem Boden eines Zeltes auf einer Luftmatratze und im Schlafsack zu schlafen. Echt nicht. Mein Rücken zickt vom vielen Sitzen sowieso immer mal wieder rum und da muss ich mir das nicht auch noch antun. Aber es gibt eine Alternative und die nennt sich Anhängerzelt. Ein Anhängerzelt ist, wie der Name ja schon sagt, ein Zelt, das auf einen Anhänger montiert wird.

Da gibt es verschiedene Modelle und wir haben uns für ein Zelt von dem australischen Hersteller Gordigear entschieden. Die bauen normalerweise für das australische Outback und wir gehen mal davon aus, dass das dann auch für unsere Breitengrade passt. Gordigear verkauft im Übrigen nur die Zelte, den Anhänger muss man sich extra kaufen.

Den Anhänger kannst Du Dir vom Baumarkt nehmen und das Zelt selber draufbauen. Wir haben einen anderen Weg gewählt und uns den Anhänger bauen lassen und das Zelt wurde gleich mit montiert. Der Anhänger kommt übrigens von der Firma Smartcamp und ist ein ziemlich solides Gefährt.

Anhängerzelt von Gordigear
Anhängerzelt von Gordigear

Und wo ist da nun der Vorteil beim Anhängerzelt?

Einen Anhänger hat ja fast jeder (oder nicht). Wir hatten einen, der war aber schon in die Jahre gekommen und sollte sowieso gegen einen neuen ausgetauscht werden. Also habe wir den alten Anhänger in Zahlung gegeben und den neuen bauen lassen. Der Anhänger wurde gleich geländetauglich ausgelegt und die Spurbreite und Deichselhöhe an das Zugfahrzeug angepasst. Also auf Maß sozusagen. Das Zelt wird dann einfach oben drauf befestigt.

Den Anhänger können wir übrigens auch ganz einfach als normalen Lastenanhänger nutzen um zum Beispiel Grünzeug zum Recyclinghof zu bringen. Das Zelt hängt dann in der Garage unter der Decke und nimmt keinen Platz weg. Wenn wir in Urlaub fahren, packe ich es einfach auf den Anhänger, befestige es und ab gehts dafür.

Die Liegefläche im Anhängerzelt ist oben auf dem Anhänger und misst 1,65 Meter mal 2,20 Meter, Also fast wie zu Hause. Damit der Liegekomfort noch etwas gesteigert wird, gibt es zwischen der Holzplatte des Zeltes und der Matratze noch ein Froli Lattenrost. Ganz ehrlich, ich schlaf da drauf besser als zu Hause.

Anhängerzelt und Anhänger kaufen

Das Zelt ist wie gesagt von Gordigear und der Anhänger ist von der Firma Smartcamp gebaut worden. Das Zelt haben wir dann einfach zur Firma Smartcamp liefern lassen und die haben dann gleich das Zelt mit auf den Anhänger gebaut. Der Kundenservice von Gordigear ist hervorragend und der Anhänger ist ein echtes Stück deutscher Wertarbeit.

Das Interessante an dieser Zusammenstellung ist, dass man sich verschiedene Optionen am Anhänger nach den eigenen Wünschen bauen lassen kann. So ist der Anhänger innen mit Airlineschienen ausgestattet, hat einklappbare Heckstützen bis 500 kg, ein Stützrad bis 500 kg, Riffelbleche an den Seiten, Geländereifen, Ersatzrad und ein zulässiges Gesamtgewicht von 1,6 Tonnen. Prinzipiell tut es aber auch jeder normale Anhänger von der Stange, wenn die seitliche Höhe zwischen 95 cm und 110 cm liegt.

Hier noch die Links zum Zelthersteller Gordigear und zum Anhängerbau Smartcamp:

Gordigear
Smartcamp

Erster Aufbau

Das Anhängerzelt haben wir etwa seit September 2017. Da aber das Wetter im letzten Herbst so besch…. war, konnten wir das Zelt erst zwischen den Jahren aufbauen. Da war es zwar kalt, aber dafür trocken und sonnig. Das Anhängerzelt haben wir zusammen mit dem Vorzelt aufgebaut. Der erste Aufbau dauerte natürlich etwas länger, dafür haben wir dann aber auch mit 15 Leuten und Bierzeltgarnitur da drin gesessen und Einweihung gefeiert. Draußen köchelte das Gulasch im Kessel überm Feuer und drinnen machte es der Katalytofen kuschelig warm. Hier mal ein paar Bilder vom Aufbau.

Das Zelt stand dann 3 Tage bei uns auf dem Hof vorm Haus und Janet und ich haben auch gleich 2 Nächte darin geschlafen. Es war zwar etwas kalt aber gemütlich. Nur unsere beiden Fellnasen Bea und Ben haben uns etwas komisch angesehen, als sie mitten im Winter raus aus dem warmen Haus und im kalten Zelt schlafen sollten. Wir haben den beiden natürlich über Nacht den Heizlüfter angelassen und ein paar warme Decken mit ins Körbchen gelegt, damit sie nicht frieren. Aber so richtig begeistert waren die beiden nicht :-). Zwei mal jede Nacht meinten die beiden dann sie müssten mal raus zum pinkeln und jedes mal haben sie dann versucht sich ins Haus zu schleichen.

Erste Reise, Hamburg mit Anhängerzelt im Januar

Nach dem ersten Aufbau war mein Enthusiasmus geweckt und ich habe nur auf einen Moment gewartet, wo ich endlich mit dem Zelt mal losfahren konnte. Dieser Moment kam dann in den beiden ersten Januarwochen….brrrrr… Ich musste zu einer 2-wöchigen Inbetriebnahme zu einem Kunden nach Hamburg. Das war natürlich die Gelegenheit, mit dem Zelt dorthin zu fahren.

In Hotels schlafe ich eh nicht sonderlich gut, also war das Begründung genug das Zelt hinter den Wagen zu hängen und den Stellplatz Tante Henni in Hassloch in der Nähe von Norderstedt anzusteuern. Der Stellplatz ist eigentlich sehr schön. Hat alles was man so braucht. Duschen mit warmen Wasser kostet extra, 1 Euro für 5 Minuten und an den Stromsäulen gibt es Strom für 50 Cent je kWh. Ansonsten hat der Platz einen Bereich mit Rasen und einen befestigten Bereich. Also eigentlich für jeden was dabei……. außer es ist Januar 2018….

Hamburg 1. Woche

Die erste Woche im Jahr 2018 stürmte der Sturm Burglind über Norddeutschland. Mit Windgeschwindigkeiten bis 100 km/h und extrem viel Regen. Ich habe mir also einen Platz auf einem kleinen Flecken Rasen gesucht, das dann gaaaanz leicht abschüssig zu einem Graben war. Aber wirklich nur ganz leicht. Zudem habe ich das Anhängerzelt so aufgebaut, dass eine der geraden Zeltwände in Richtung Westen zeigte. Beides hat sich als nicht wirklich optimal herausgestellt.

Die Sturmböen kamen aus West und der Regen hat den Boden so aufgeweicht, dass der Rasen unter dem Zeltboden anfing wegzufließen, in Richtung Graben. Als ich Freitag den Anhänger von der Stelle ziehen wollte habe ich das Teil kaum aus dem Schlamm herausbekommen. Trotz Allrad. Irgendwie ging es dann doch und die erste Woche imZelt war ansonsten ganz OK. Selbst Sturmböen bis 100 km/h machen dem Zelt nix aus. Hat alles gehalten und dicht war es auch. Top!

Hamburg 2. Woche

Die 2. Woche bin ich auch mit Zelt wieder hingefahren. Diesmal habe ich mich allerdings auf den etwas befestigten Bereich gestellt. Der Platzwart hat mir freundlicherweise einen Platz dort frei gehalten. Das war auch gut so, da der Bereich bei dem Wetter sehr begehrt war und sowieso eigentlich nur von WoMos genutzt wird. Ich hatte mir übers Wochenende eine Unterlegplane fürs Zelt gebastelt. 3 x 3 Meter und mit einer Rolle Schallisolierung beklebt bietet die Folie guten Schutz bei steinigem Untergrund. Der Platz war geschottert und abgerüttelt und es war schon ziemlich schwierig die Heringe da reinzuhauen. Hat aber, nach einigen krummen Heringen dann doch geklappt.

Der Sturm hatte in der 2. Woche nachgelassen, dafür war es aber um so kälter. Der kleine 2 kW Heizlüfter verheizte im wahrsten Sinne des Wortes einen Euro nach dem nächsten und der Katalytofen hat es zwar warm gemacht, allerdings habe ich den nicht über Nacht angelassen, wegen der Kohlenmonoxid Gefahr. Ich habe zwar ein CO-Warngerät dabei, aber geheuer war mir das nicht. Also habe ich den Petroleumheizer abends angemacht, und die Nacht über den Heizlüfter auf kleinster Stufe laufen lassen.

Die zwei Wochen in Hamburg haben mir auf jeden Fall einige Punkte aufgezeigt, die wir bei dem Zelt noch anpassen müssen. Sturmerprobt ist es jetzt auf jeden Fall und wetterfest ist es allemal. Mit der Heizung muss ich mir noch was überlegen. Ich denke, dass ich mir da eine Versorgungskiste mit einer Dieselheizung auf der Achse bauen werde.

Hier noch der Link zu dem Stellplatz Tante Henni in der Nähe von Hamburg:

Stellplatz Tante Henni

Zweite Reise, Groningen im Mai

Die Fahrt nach Hamburg habe ich ja alleine durchgeführt. Über Pfingsten sollte es dann zusammen mit Janet und unseren beiden Hunden nach Groningen in den Niederlanden gehen. Einen genauen Reisebericht gibt es unter folgendem Link:

https://www.breierblog.de/8-pfoten-hinterm-deich-camping-in-der-region-groningen/

Das Zelt hatten wir zu der Reise bereits mit einer ausziehbaren Küche versehen, die sich hinten aus dem Anhänger mittels eines Schwerlastauszuges herausziehen läßt. Diese Küche hat sich auf jeden Fall bewährt. Ich habe die Küche als Flightcase Modul bei der Firma Galore Flightcases in Auftrag gegeben. Die haben das wirklich sehr gewissenhaft ausgeführt. Wirklich ein schönes Teil, robust, praktisch und auch noch schön.

Wir haben das Zelt mit Vorzeltdach aufgebaut. Der Aufbau des Hauptzeltes ging jetzt schon innerhalb von etwa 10 Minuten über die Bühne. Für das Vorzelt brauchten wir etwas länger. Unglücklich war, das wir alle Dinge in Alukisten verstaut hatten und diese im vorderen Teil des Anhängers platziert waren. Durch die Klappen des Zeltes kam man da nicht so gut ran und die Deckel der Alukisten ließen sich, wenn die Kisten im Anhänger sind, nicht öffnen. In den 4 Tagen konnten wir weiterhin einige Erfahrungen mit dem Zelt sammeln.

Dritte Reise, Camping mit Anhängerzelt auf der Insel Als

Im Juli ging es dann noch mal ans Meer. Die Insel Als war das Ziel. Wieder mit der ein oder anderen Modifikation an der Bedienung des Zeltes.

Bei den Alukisten habe ich kurzerhand die Scharniere abgenommen, so dass die Deckel jetzt nicht mehr zu klappen sind sondern abgenommen werden können. Und für die Klappen im Zeltboden habe ich mir zwei Haltestangen mit Winkel gebaut, so dass ich die Klappen im geöffneten Zustand fixieren kann. Dadurch wurde das Entladen bei der Ankunft auf dem Campingplatz deutlich erleichtert und beschleunigt. Das Hauptzelt war, trotz heftigem Wind, in etwa 5 – 10 Minuten aufgebaut.

Nur das Verlegen des Stromes im Zelt dauert immer noch seine Zeit, da ich 2 Mehrfachsteckdosen mit Verlängerungskabel miteinander verbinden muss und das Ganze auch noch durch den Anhänger hindurch. Nach der Reise habe ich dann 2 Steckdosen fest am Anhängerzelt verschraubt und mit Kabel fest verbunden, so dass ich nur noch das Verlängerungskabel vom Campingplatzanschluß daran anschließen muss. Einen Bericht zu dem Kurztrip nach als findest Du übrigens hier: